Ausnahmsweise werde ich mal eine Aktualisierung zur Jahresmitte vornehmen. Das Jahr war bisher einfach schon so ereignisreich, dass mein Jahrespost sonst wahrscheinlich kilometerlang würde. Dabei nutze ich aus, dass ich gerade eine Woche Urlaub habe - und das Wetter dazu einlädt, heiße Schokolade zu trinken und unter Decken daheim zu bleiben.
Als ich im Dezember 2009 berichtete wusste ich noch gar nicht, was es für ein (schrecklicher) Winter werden würde. Dem bin ich zwawr oft genug entwischt - doch selten in wirklich wärmere Gefilde. Der Schnee, der im November und Dezember gefallen war, blieb praktisch unterbrechungslos bis April rumliegen, als dann der Sommer mit Macht kam (leider nur sehr kurz).
Ende Januar ging ich zum ersten Mal in die USA, zur MIT Career Fair, eine vom MIT organisierte Karrieremesse für seine Absolvent/innen, die gerne in Europa arbeiten möchten.
Es waren wohl die 4 anstrengendsten Tage meines Lebens, mit Reise, Messe, und Terminen mit Dekanen von Graduiertenschulen und studentische Vertreter/innen am MIT, Harvard und Boston University. An den ersten 2 Tagen waren noch zwei Münchner Kolleg/innen dabei, mit denen ich am So nachmittag (bei gefühlten -25°C!) Boston erkundet habe.
Es war... einfach unglaublich! So viele Eindrücke, Erfahrungen, Erlebnisse... Einfach WOW! Da steckt man die Strapazen der Reise gerne weg. Und für meine Arbeit war gerade dieser Austausch mit amerikanischen Kolleg/innen einfach genial.
Kaum war ich zurück, ging es über ein verlängertes Wochenende in der ersten Februarhälfte nach Leamington SPA, mit meiner Kusine Jenni zu meiner Kusine Carina. Letzere war kurz vor ihrem Umzug nach Brasilien zurück, so dass wir die Zeit nutzen mussten. Das haben wir allerdings getan!
Jenni und ich haben uns in London getroffen, wo unsere Flüge (mal wieder) mit gerade 30 Min Abstand landeten. Dort haben wir einen Mietwagen genommen und sind bis nach Leamington Spa gefahren (links! Links! LINKS!! :) ), wo wir mitten in der Nacht ankamen.
Obwohl ich Carina seit fast Kindheitstagen nicht mehr gesehen hatte, haben wir uns super verstanden und waren auch sofort zuhause. Es war eine Vertrautheit da, als hätten wir immer engen Kontakt gehalten (den wir seitdem eher zu halten versuchen). Carina hat eine unglaublich süße kleine Tochter, die inzwischen schon über 1 Jahr alt ist. Und ihren Ehemann, mit dem sie vor kurzen den 9. Hochzeitstag feierte, kannte ich vorher auch nicht.
Wir haben uns Leamington Spa angesehen, dann Shakespeares Geburtstadt Stratford-upon-Avon, waren in Warwick spazieren und sind schließlich nach Oxford gefahren. Obwohl das Wetter (leider) sehr Englandtypisch war, war es wärmer als in Deutschland, und vor allem konnte man mal grün sehen (in DE war es seit November oder Dezember bereits verschneit). Wir haben es sehr genossen.
Danach wurde es ziemlich ruhig, bis auf dass in der Arbeit die Vorstellungsgespräche zur ausgeschriebenen Stelle eines/r Referent/in liefen. Da war ich stärker eingebunden, bis ich mitte März dann nach Wien flog, zur Eurodoc-Konferenz. Diese versuchte, die European Research Area (ERA) mit der European Higher Education Area (EHEA) gedanklich zusammenzuführen. Viele interessante Vorträge und Kontakte waren das Ergebnis. Am Schluss blieben noch fast 2 Stunden Zeit bis zu meiner Rückreise, so dass ich eine schnelle Tour durch Wien laufen konnte.
Eine Woche später fuhren wir zu meiner Schwiegerfamilie, wo meine große Nichte bereits ihren 4. Geburtstag feierte (wie die Zeit fliegt!!) und ich endlich meine kleine Nichte und Patenkind kennenlernen durfte.
Die Große ist schon im Bastelalter, wir hatten viel Spaß miteinander. Und dass meine Patentochter mein Herz im Sturm eroberte, war abzusehen.
Über Ostern kam wieder meine Kira zu Besuch. Wir haben - teilweise unter strömenden Regen! - eine Burgentour gemacht (4 Burgen an einem Tag! YEAH!) und Osterbrunnen gesucht. War großartig! :)
Eine Woche später war ich mit Kuchi zur ersten von heuer sehr vielen Kräuterwanderungen. Frühlingserwachen nannte sich diese und ging über den Schmausenbuck einher. Wir haben Blätter gerochen (Douglasien riechen nach Orange, Ebereschen nach Marzipan) und Stämme nur über den Tastsinn erkannt. Wir sind mit einem Spiegel an der Nase herumgelaufen und haben die ersten Knospen gesehen. Es war einfach super!
Zwei Wochen später kamen Jenni und ihr Bruder Thomas zu Besuch. Bei schönstem Wetter (immerhin hatten wir schon April) haben wir uns zusammen mit Benjamin Nürnberg angeschaut: Dutzendteich, Reichsparteigelände, Burg, Burggärten, Kirchen, etc.
Wir kannten natürlich die Gegend schon, was ich nicht mehr kannte war mein Cousin. Den hatte ich zuletzt auch vor ca. 17 Jahren gesehen. In der Zwischenzeit war er ziemlich gewachsen (ach was ^^) und war ein würdiger Essgegner für Benjamin: sie haben sich Esscontests geliefert, da ist uns anderen nur der Mund offen geblieben...
Ende April war ich noch in Darmstadt zu einer Tagung, in der verschiedene Wege der Promotion in Europa verglichen wurden.
Anfang Mai war ich mit einer Freundin auf dem Apothekentag in Bad Windsheim. Es war super toll, wir haben Kräuter und Kräuterbücher angeschaut, Pflanzen gekauft und Feuerwehr gespielt (Kira wäre stolz auf mich :) ).
Auf dem Rückweg hat mir Steffi erzählt, dass sie von ihrer Oma mal ein Kräuterbuch geschenkt bekommen hat. Einige Tage später brachte sie dieses Buch mal mit: das Taschenbuch der Heilpflanzen von Dinand. Jahr: 1908 oder so. Wunderschöne Kräuterzeichnungen und, was mich erst auf dem zweiten Blick gefangen nahm, wun-der-schö-ne Frakturschrift. Die hat mir so gut gefallen, dass ich meine längst verstaubten Kalligraphiesachen wieder ausgepackt habe. Zuerst habe ich versucht, diese Schrift zu lernen. Das hat mir solchen Spaß gemacht, dass ich mir zum ersten Mal richtig Tusche und Bandzugfedern gekauft habe. Seitdem ist die Kalligraphie (wieder) zu meinem ganz großen Hobby und Zeitfresser geworden.
Angefangen bei einfachen Unzialen habe ich mich zu Textur und Fraktur ebenso vorgearbeitet wie zur humanistischen Kursive, Antiqua, karolingische Minuskel und einige mehr. Es ist SO TOLL! (Mir kribbelts schon wieder in den Fingern, dieser Post wird nicht mehr lang!)
Ich mach mal einen getrennten Post zur Kalligraphie und mache erstmal mit dem Mai weiter.
Zur blauen Nacht bin ich mit Benjamin gegangen. Eine Woche später sind wir zum Brunchen nach Ulm gefahren, weil Whiskas dort eine solche Einladung zu seinem Geburtstag erhalten und uns mitgenommen hat. Da hatten wir wirklich gigantisches Wetter und verbrachten einen (komplett verfressenen!) netten Tag am See.
Ende Mai machten Kuchi und ich noch eine Bäumewanderung (ich kann kaum glauben, dass das erst so kurz her ist, mir kommt es vor, als lägen VIELE Monate dazwischen - statt nur 2!) und lernten, verschiedene Ahorn-, Eichen-, Linden-, Eschen-, Ulmen- und Traubenkirschensorten zu unterscheiden. Außerdem haben wir einige Neophyten kennen gelernt und näher angeschaut. Dies war eine Wanderung vom Bund Naturschutz in Bayern - Kreisgruppe Nürnberger Stadt, von denen ich in diesem Jahr viele mitgemacht habe. War wirklich beeindruckend und toll.
Beim nächsten Mal berichte ich dann, wie ich zwei Mittelaltermärkte besucht und weitere Kräuterwanderungen mitgemacht habe, wie der Besuch meiner Schwester und meiner Kusine so waren und was ich eigentlich in Österreich zu suchen hatte.
Das Jahr ist gerade mal zur Hälfte rum und war jetzt schon das beste Jahr ever. Ich sag Euch: älter werden bringt durchaus Vorteile mit sich.
Freitag, 6. August 2010
Die erste ereignisreiche Jahreshälfte
Donnerstag, 25. Februar 2010
Formspring
Warum spielen wir so gerne? In jeglicher Art und Weise?
Weil spielen denkbare Handlungsmöglichkeiten aufzeigt, die auf eine unvorhersehbare Zukunft vorbereiten sollen. Und weil spielen Spaß macht (aus dem gleichen Grund, übrigens)
Formspring
Wawum hat man immer dann am wenigsten Zeit, wenn man sie am dringendsten bräuchte?
Weil man die Lehren von Momo nicht berücksichtigt hat. Wenn man es besonders eilig hat, sollte man besonders langsam gehen...
Samstag, 2. Januar 2010
Sonntag, 27. Dezember 2009
Rückblick 2009
Das Jahr raste. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Effekt des Alters ist (es wurde schon lange angekündigt, dass die Zeit immer schneller vergeht), oder ob ich schlicht und ergreifend wahnsinnig viel zu tun hatte (was mit Sicherheit der Fall war), aber 2009 ist schon wieder zu Ende, kaum hat es angefangen. Ich benutze die ersten zusammenhängenden 2,5 Wochen Urlaub, um ein bisschen auf ein sehr ereignisreiches Jahr zurück zu blicken.
Seit April 2009 bin ich nun Geschäftsführerin der Graduiertenschule der Uni Erlangen-Nürnberg. Dort beschäftige ich mich mit allen promotionsrelevanten Themen, nicht zuletzt Information und Weiterbildung. Seit September 2009 arbeitet eine Kollegin mit mir zusammen, die ein wahres Geschenk ist: super nett und organisiert, sympatisch und tatkräftig, die perfekte Unterstützung. Sie betreut hauptsächlich die Veranstaltungen, von denen wir allein im Wintersemester über 20 anbieten. Außerdem haben wir noch eine studentische Hilfskraft, die hauptsächlich den Blog betreut. Ab April 2010 hoffe ich, noch eine/n Referenten/in einstellen zu können, wofür aktuell eine Stelle ausgeschrieben ist.
Über meine Arbeit kann ich stundenlang reden, nicht zuletzt weil die Themen und Projekte dort wahnsinnig spannend sind. Die Sonne scheint zwar nicht mehr pausenlos (wie es bei meinem vorigen Blogeintrag noch der Fall war), der Rest trifft jedoch nach wie vor zu. Volltreffer.
Außerdem habe ich am 16.07. endlich meine Disputation abgehalten und bestanden. Im September noch erschein mein Buch "Warum leben, wenn man stattdessen spielen kann" im Verlag Werner Hülsbusch, seit irgendwann im Oktober bin ich endlich titeltrageberechtigt.
Und seitdem ich das bin, ist das auch alles nicht mehr so wichtig. Zwar denke ich in letzter Zeit sehr viel über die Promotion nach (nicht zuletzt, weil wir in der Graduiertenschule Workshops wie "Promovieren ja oder nein?", Informationsveranstaltungen zur Promotion an den verschiedenen Fakultäten usw. anbieten), aber es ist sehr positiv: ich freue mich über das, was ich gelernt habe, und was es mir gebracht hat, an Möglichkeiten, Vernetzungen, Erkenntnissen, Durchhaltevermögen usw. Ich freue mich, dass ich dies vollbracht habe.
Hier einige Eindrücke von dem Tag meiner Disputation:
Dazu gab es eine total lustige, von Steffen organisierte Überraschungsparty, zu der es leider keine Bilder gibt.
In diesem Jahr bin ich auch gleich 2x wieder Tante geworden, worüber ich mich total freue, auch wenn ich meine jüngste Nichte noch gar nicht kenne. Ich hoffe, dies lässt sich in den nächsten Tagen mal ändern.
Dafür habe ich jetzt 2 Mandeln weniger, die ich im August habe operativ entfernen lassen. Fast hätte mich die Anästhesistin umgebracht, aber knapp daneben ist noch vorbei, und so lebe ich noch. Was mich auch irgendwie freut :)
Ich habe eine alte Schulfreundin wiedergefunden, zufällig, auf der Straße, wie solche Dinge manchmal sind. Sie ist jetzt selber Anästhesistin (und nein, sie war es nicht!), arbeitet in Erlangen und geht gelegentlich dort Mittagessen, wo ich auch gehe. Überhaupt versuche ich, seit Abschluss meiner Promotion, alte Freundschaften wieder aufzufrischen, was mir mal mehr, mal weniger erfolgreich gelingt.
Im Oktober kam meine Kira zu Besuch. Bei herrlichstem Sonnenschein waren wir Shoppen und im Tiergarten, außerdem waren wir klettern, Sushi essen, wir haben zusammen gespielt und Sekt getrunken. Es waren tolle Tage die - wie immer, wenn Kira mit von der Partie ist - viel zu schnell vorbei gingen.
Ich hatte Gelegenheit, eine spannende Tagung zum Thema (Kinder-) Wunsch und Wirklichkeit in der Wissenschaft in Bonn sowie eine zur Karriereförderung und wissenschaftlichen Sozialisation in Kiel zu besuchen. Kiel kannte ich noch gar nicht, deswegen bin ich ganz früh aufgestanden, um noch vor der Tagung die Stadt etwas anzusehen. Dies hat sich sehr gelohnt: ich habe einen echten, rumfahrenden U-Boot gesehen. Das hat mich sehr tief beeindruckt!
Ende November hatte ich noch 3 Tage Urlaub um meinen 30. Geburtstag. Und als der November vorbei war habe ich 3 Kreuze geschlagen, es war nämlich doch recht anstrengend.
Im Dezember war neben Plätzchen backen und im Schnee spazieren gehen nicht mehr so viel los, da wir Weihnachten diesmal zum ersten Mal nur zu zweit plus Hund in Nürnberg verbracht haben. Es war entspannt und schön, auch wenn ich meine eigene und meine angeheiratete Familie doch arg vermisse.
Über Silvester kommen mein Schwager und seine Freundin wahrscheinlich vorbei, worauf wir uns jetzt schon freuen.
Und somit wird das alte Jahr alt, wir freuen uns auf das Neue.
Neben einer Reise in die USA zur MIT Career Fair Ende Januar, nach Leamington SPA in England zum Kusinentreff Mitte Februar und Ende Februar nach Leipzig und Berlin für 2 Nachwuchsförderungstagungen, freue ich mich im kommenden Jahr insbesondere auch auf Familienbesuch im Februar, Juni und Juli, Freundenbesuch im Juli und die große Feier zum 60. Geburtstag meines Vaters im Oktober. Es wird ein tolles, volles Jahr von dem ich hoffe, immer wieder mal berichten zu können! :)
Abschließend, zur Einstimmung in das neue Jahr, das Gedicht "Der Januar", von Erich Kästner, verbunden mit meinen allerbesten Wünschen für 2010.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Krieg?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.