Das Jahr raste. Ich weiß nicht, ob das wirklich ein Effekt des Alters ist (es wurde schon lange angekündigt, dass die Zeit immer schneller vergeht), oder ob ich schlicht und ergreifend wahnsinnig viel zu tun hatte (was mit Sicherheit der Fall war), aber 2009 ist schon wieder zu Ende, kaum hat es angefangen. Ich benutze die ersten zusammenhängenden 2,5 Wochen Urlaub, um ein bisschen auf ein sehr ereignisreiches Jahr zurück zu blicken.
Seit April 2009 bin ich nun Geschäftsführerin der Graduiertenschule der Uni Erlangen-Nürnberg. Dort beschäftige ich mich mit allen promotionsrelevanten Themen, nicht zuletzt Information und Weiterbildung. Seit September 2009 arbeitet eine Kollegin mit mir zusammen, die ein wahres Geschenk ist: super nett und organisiert, sympatisch und tatkräftig, die perfekte Unterstützung. Sie betreut hauptsächlich die Veranstaltungen, von denen wir allein im Wintersemester über 20 anbieten. Außerdem haben wir noch eine studentische Hilfskraft, die hauptsächlich den Blog betreut. Ab April 2010 hoffe ich, noch eine/n Referenten/in einstellen zu können, wofür aktuell eine Stelle ausgeschrieben ist.
Über meine Arbeit kann ich stundenlang reden, nicht zuletzt weil die Themen und Projekte dort wahnsinnig spannend sind. Die Sonne scheint zwar nicht mehr pausenlos (wie es bei meinem vorigen Blogeintrag noch der Fall war), der Rest trifft jedoch nach wie vor zu. Volltreffer.
Außerdem habe ich am 16.07. endlich meine Disputation abgehalten und bestanden. Im September noch erschein mein Buch "Warum leben, wenn man stattdessen spielen kann" im Verlag Werner Hülsbusch, seit irgendwann im Oktober bin ich endlich titeltrageberechtigt.
Und seitdem ich das bin, ist das auch alles nicht mehr so wichtig. Zwar denke ich in letzter Zeit sehr viel über die Promotion nach (nicht zuletzt, weil wir in der Graduiertenschule Workshops wie "Promovieren ja oder nein?", Informationsveranstaltungen zur Promotion an den verschiedenen Fakultäten usw. anbieten), aber es ist sehr positiv: ich freue mich über das, was ich gelernt habe, und was es mir gebracht hat, an Möglichkeiten, Vernetzungen, Erkenntnissen, Durchhaltevermögen usw. Ich freue mich, dass ich dies vollbracht habe.
Hier einige Eindrücke von dem Tag meiner Disputation:
Dazu gab es eine total lustige, von Steffen organisierte Überraschungsparty, zu der es leider keine Bilder gibt.
In diesem Jahr bin ich auch gleich 2x wieder Tante geworden, worüber ich mich total freue, auch wenn ich meine jüngste Nichte noch gar nicht kenne. Ich hoffe, dies lässt sich in den nächsten Tagen mal ändern.
Dafür habe ich jetzt 2 Mandeln weniger, die ich im August habe operativ entfernen lassen. Fast hätte mich die Anästhesistin umgebracht, aber knapp daneben ist noch vorbei, und so lebe ich noch. Was mich auch irgendwie freut :)
Ich habe eine alte Schulfreundin wiedergefunden, zufällig, auf der Straße, wie solche Dinge manchmal sind. Sie ist jetzt selber Anästhesistin (und nein, sie war es nicht!), arbeitet in Erlangen und geht gelegentlich dort Mittagessen, wo ich auch gehe. Überhaupt versuche ich, seit Abschluss meiner Promotion, alte Freundschaften wieder aufzufrischen, was mir mal mehr, mal weniger erfolgreich gelingt.
Im Oktober kam meine Kira zu Besuch. Bei herrlichstem Sonnenschein waren wir Shoppen und im Tiergarten, außerdem waren wir klettern, Sushi essen, wir haben zusammen gespielt und Sekt getrunken. Es waren tolle Tage die - wie immer, wenn Kira mit von der Partie ist - viel zu schnell vorbei gingen.
Ich hatte Gelegenheit, eine spannende Tagung zum Thema (Kinder-) Wunsch und Wirklichkeit in der Wissenschaft in Bonn sowie eine zur Karriereförderung und wissenschaftlichen Sozialisation in Kiel zu besuchen. Kiel kannte ich noch gar nicht, deswegen bin ich ganz früh aufgestanden, um noch vor der Tagung die Stadt etwas anzusehen. Dies hat sich sehr gelohnt: ich habe einen echten, rumfahrenden U-Boot gesehen. Das hat mich sehr tief beeindruckt!
Ende November hatte ich noch 3 Tage Urlaub um meinen 30. Geburtstag. Und als der November vorbei war habe ich 3 Kreuze geschlagen, es war nämlich doch recht anstrengend.
Im Dezember war neben Plätzchen backen und im Schnee spazieren gehen nicht mehr so viel los, da wir Weihnachten diesmal zum ersten Mal nur zu zweit plus Hund in Nürnberg verbracht haben. Es war entspannt und schön, auch wenn ich meine eigene und meine angeheiratete Familie doch arg vermisse.
Über Silvester kommen mein Schwager und seine Freundin wahrscheinlich vorbei, worauf wir uns jetzt schon freuen.
Und somit wird das alte Jahr alt, wir freuen uns auf das Neue.
Neben einer Reise in die USA zur MIT Career Fair Ende Januar, nach Leamington SPA in England zum Kusinentreff Mitte Februar und Ende Februar nach Leipzig und Berlin für 2 Nachwuchsförderungstagungen, freue ich mich im kommenden Jahr insbesondere auch auf Familienbesuch im Februar, Juni und Juli, Freundenbesuch im Juli und die große Feier zum 60. Geburtstag meines Vaters im Oktober. Es wird ein tolles, volles Jahr von dem ich hoffe, immer wieder mal berichten zu können! :)
Abschließend, zur Einstimmung in das neue Jahr, das Gedicht "Der Januar", von Erich Kästner, verbunden mit meinen allerbesten Wünschen für 2010.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Krieg?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.